Den richtigen Schleifschwamm finden und kaufen

Schleifpapier, Schleifblock, Schleifschwamm… als Handwerker hat man die Qual der Wahl. Und noch mehr Auswahl ist vorhanden, wenn man sich für eine Art entschieden hat: Welche Körnung? Welcher Schwamm für welches Material? … Im Folgenden erfährst du, was du beachten musst, wenn du einen Schleifschwamm kaufen möchtest. Du erfährst, wozu sie verwendet und eingesetzt werden können, welche Körnungen es gibt und welche Schleifschwämme ideal sind. Außerdem wird auf den Unterschied zu Schleifpapier sowie die Vorteile eines Schleifschwamms eingegangen. Ob sich ein Schleifschwamm für dich lohnt, wie lange er hält und wo du am besten einen Schleifschwamm kaufst, werden ebenso erwähnt.

 

Was genau ist ein Schleifschwamm?

Einen Schleifschwamm kaufen viele, die eine Alternative zum herkömmlichen Schleifpapier sowie zum Block suchen. Er hat einen verhältnismäßig harten Kern und eine flexible Oberfläche, womit Gegenstände effektiv abgeschliffen werden können. Der Träger hierbei ist Schaumstoff, weshalb sich sowohl bei der Körnung als auch beim erzielten Schliffbild Unterschiede im Vergleich zum Schleifpapier ergeben. Durch die Flexibilität seiner Oberfläche kann er sich problemlos der Form und Struktur des zu schleifenden Gegenstands anpassen. Der Kern sorgt schließlich für die nötige Härte, um wirkungsvoll abzuschleifen.

 

Die Einsatz- und Verwendungsmöglichkeiten

Der Schleifschwamm kann sehr vielseitig eingesetzt werden. Ganz allgemein können mit einem Schleifschwamm Oberflächen geglättet, aufgeraut und mattiert werden. Er eignet sich zum Bearbeiten von Fälzen, Kanten, Flächen und Radien. Am besten nutzt man ihn aber, gerade im Vergleich zum Schleifklotz, für Profile, zum Konturenschleifen von Ecken und Kanten und für gewölbte Oberflächen, da der Schwamm zum einen durch den Schaumstoff flexibel ist und besonders gut in der Hand liegt, zum anderen aber auch weil es die relative Festigkeit ermöglicht, an schwer zugängliche Stellen zu kommen.

Folgende Materialien können damit bearbeitet werden: Holz, Lack, Kunststoff, Metall, Karosserien und Glas. Gerade wenn es um Ausbesserungen wie Lackierfehler, Schmutz- oder Staubeinschlüsse geht können mit einem Fein- und Zwischenschliff sehr gute Ergebnisse erreicht werden. Auch Rost lässt sich gut entfernen.
Ein Vorteil ist auch, dass der Schleifschwamm nicht nur für den Trockenschliff, sondern auch für den Nassschliff eingesetzt werden kann, da der Kern saugfähig ist. Beim Schleifen wird immer vom Groben ins Feine gegangen, wobei die feiner werdende Körnung die Spuren des vorigen Schleifens entfernt beziehungsweise glättet.

Mit welcher Körnung genau du anfängst, hängt davon ab, wie die Oberfläche beschaffen ist. Es lässt sich aber sagen, der Anfangsschliff gröber sein muss, je rauer und unebener ein Werkstück ist. Oft eignet sich für den ersten Schliff, dem Grobschliff, eine Körnung von 60 oder geringer, um das Grobe zu bearbeiten. Anschließend werden die nächsten Schritte mit einer jeweils feineren Körnung ausgeführt. Für den Mittelschliff nutzt du in der Regel eine Körnung von 80 bis 120 und der Feinschliff sollte eine höhere Körnung aufweisen. Dabei ist zu beachten, dass man mit einer Körnung ab 180 bereits sehr fein schleifen kann, obwohl es noch viel höhere Körnungen gibt. Nach jedem Schritt entfernst du den Staub und Abrieb am besten mit einem Handbesen, Lappen oder für feineren Staub mit einem Staubsauger. Beim Feinschliff von Lack oder auch beim Polierschleifen solltest du eine Körnung von mindestens 220 verwenden.
Am Ende solltest du das Ergebnis überprüfen. Dazu bietet es sich an mit den Fingern langsam und aufmerksam über die bearbeitete Fläche zu streichen. Noch vorhandene, störende Fasern oder Unebenheiten sollten dann mit einer Körnung von >120 nachgebessert werden. Gerade bei zum Beispiel Holz bietet es sich an, seitlich eine Lampe an die Fläche zu halten, so fallen Ungenauigkeiten mit bloßem Auge auf.

Zusammengefasst solltest du also nacheinander mit mindestens drei verschiedenen Körnungen arbeiten:
1. Eine geringere Körnung beim Grobschliff für einen höheren Materialabtrag.
2. Eine mittlere Körnung beim Zwischenschliff oder für furnierte und gehobelte Flächen.
3. Eine feinere Körnung für den Feinschliff von Holz, Spachtelmassen, Lacken und Grundierungen.

Tipps zum Schleifen von Holz:

Holz solltest du im Grobschliff und Feinschliff immer längs zur Maserung, im Mittelschliff immer quer zu Maserung schleifen und nie zu viel Druck ausüben, um eine Wärmeentwicklung zu vermeiden. Diese schadet dem Schleifschwamm und reduziert die Haltbarkeit. Nach den einzelnen Schliffen wird das Holz mit einem Schwamm befeuchtet und anschließend lässt man es trocknen. Dadurch erreicht man letztlich ein feineres Ergebnis, da sich so Holzfasern aufrichten, die anschließend weggeschliffen werden können.

Nach der Nutzung solltest du den Schleifabrieb immer ordentlich auswaschen, um bei der nächsten Nutzung nicht alte Staub- und Materialpartikel über das zu behandelnde Material zu reiben, die die Schleifleistung verringern.

 

Die Körnung bei Schleifschwämmen und wofür welche Körnung ideal ist

Die wichtigste Faustregel lautet: Je höher die Zahl der Körnung, desto feiner ist auch der Schliff. Im Umkehrschluss heißt das: Je gröber die Körnung, desto höher ist der Materialabrieb. Zu erklären ist das so: Eine Körnung von 60 heißt, dass das Schleifkorn bei einem Sieb mit 60 Maschen pro Zoll gerade noch durchfällt. Dass dies bedeutet, es wären 60 Schleifkörner pro Quadratzentimeter, wie häufig angenommen wird, ist falsch!
Das heißt also, dass du mit einer geringeren, gröberen Körnung anfängst. Ein Schleifschwamm mit mittlerer Körnung wird dann für den Zwischenschliff genutzt und die feine Körnung für den Feinschliff.

Welche Körnung wird für welchen Schliff genutzt?

– sehr grober und grober Schliff: 30 – 40
– mittlerer Schliff: 60 – 80
– feiner Schliff: 100 – 120
– sehr feiner: 180 – 220
– ultra fein: ab 280

Die Körnung sollte möglichst hart und widerstandsfähig sein, um effektiv Material abzuschleifen und um eine längere Haltbarkeit zu erreichen. Früher wurden hauptsächlich Schmirgel, Granat, Quarz oder Flint verwendet. Heute besteht die Körnung bei Schleifschwämmen häufig aus natürlichem Korund, Siliziumcarbit oder Aluminiumoxid, das auch für verschiedene synthetische Korunde mit verschiedenen Härtegraden verwendet wird.
Korund wird am häufigsten verwendet und ist sozusagen das Universalschleifmaterial für Holz, weiche Materialien oder kleinere Metallflächen. Für Holz eignet sich eine Korund-Körnung am besten.
Aluminiumoxid hat eine hohe Härte, ist außergewöhnlich zäh und verschleißfest, es kann deswegen für nahezu jedes Material genutzt werden und wird dies effektiv abreiben.
Siliziumcarbit ist, abgesehen von Diamant, am härtesten. Jedoch hat es keine so hohe Zähigkeit, wodurch der Verschleiß höher ist als beim Aluminiumoxid. Es eignet sich besonders zum Bearbeiten von Stahl, hartem Holz, Glas, Porzellan und Keramik.

Beim Schleifen von Holz sollte eine zu grobe Körnung (< 60) vermieden werden, da die hinterlassenen Spuren sonst zu tiefgreifend sein können und nur schwer wieder ausgeglichen werden können. Generell lässt sich sagen, dass härtere oder feinporigere Hölzer wie Eiche, Lärche, Buche und Ahorn im Vergleich zu weicheren Hölzern, wie Fichte und Kiefer, eher mit einem feiner gekörnten Schleifschwamm bearbeitet werden sollten.

Du solltest beim Kaufen eines Schleifschwamms beachten, dass sich die Körnung und das jeweilige Ergebnis von der des Schleifpapiers unterscheiden. Beispielsweise erzeugt eine Körnung von P 100 ein Schliffbild wie bei einem Schleifpapier mit P 180/220.

 

Die Vorteile des Schleifschwamms und Unterschiede zu anderen Schleifmitteln

Der wichtigste Vorteil ist wohl, dass der Schleifschwamm ein sehr feines Schleifbild ermöglicht, wobei er dennoch eine hohe Materialabnahme hat. Dadurch kann nicht nur genau, sondern auch effektiv gearbeitet werden.Durch den flexiblen Kern aus Schaumstoff, passt er sich optimal allen Konturen und gewölbten Oberflächen an.

Im Vergleich zu Schleifpapier ist der Schleifschwamm robuster und damit auch langlebiger. Außerdem muss er nicht erst umständlich auf einen Schwingschleifer aufgespannt werden. Da er noch dazu zu einem geringen Preis erworben werden kann, sollte er zur Standardausstattung eines Heimwerkers gehören.

 

Wo kaufe ich am besten meinen Schleifschwamm?

Grundlegend bekommst du Schleifschwämme in jedem Baumarkt, direkt über manche Hersteller und in jedem Laden für Heimwerkerbedarf, sowie über die meisten Online-Shops wie z.b. Schleifschwamm. Der Vorteil des Internets ist, dass du dort in Ruhe schauen kann, wo du welche Größe, mit welcher Körnung und zu welchem Preis erhältst. Zudem findest du garantiert das Passende für deine Tätigkeit und musst nicht erst verschiedene Geschäfte durchforsten.

Tipp: Eine gute Körnung fühlt sich scharf an und bleibt auf dem Papier, wenn man mit dem Fingernagel testet.

 

Lebensdauer eines Schleifschwamms

Wie bereits oben erwähnt, liegt der Vorteil eines Schleifschwamms gerade in der Langlebigkeit. Durch seine robuste Struktur hält er länger als Schleifpapier. Besonders Schwämme, die mit Siliciumcarbit bestreut sind, werden dir länger von Nutzen sein.

Damit dein Schleifschwamm auch lange lebt, solltest du ihn nicht dauerhaft direktem Sonnenlicht aussetzen. Außerdem empfiehlt es sich, den Schwamm nach Gebrauch ordentlich sauber zu machen. Dazu kann der Materialabrieb ohne Probleme nass ausgewaschen werden.

Schleifschwämme lohnen sich für alle, die kleinere Flächen, Profile, Konturen und gewölbte beziehungsweise unebene Oberflächen schleifen möchten.

 

Kurzes Fazit

Schleifschwämme unterscheiden sich also in der Struktur und Beschaffenheit deutlich von anderen Schleifwerkzeugen. Die flexible Oberfläche in Zusammenhang mit dem relativ harten Kern ermöglicht einen effektiven, gleichmäßigen Materialabtrag auch an Kanten und an Kanten und unebenen Flächen. Dabei kann mit diesem langlebigen und robusten Werkzeug ein sehr feines Schliffbild erreicht werden. Sie gehören also auf jeden Fall zur Standardausstattung eines jeden guten Heimwerkers.