Zollstock Test: Die besten Zollstöcke im Vergleich

ZollstockWas fällt den meisten Leuten ein, wenn sie gefragt werden, was das typische Kennzeichen eines Handwerkers ist? Die meist gegebene Antwort lautet vermutlich „Zollstock“. Diese Bezeichnung verwundert bei näherer Betrachtung oft, da in der Regel eine Zentimeterskala aufgetragen ist. Deshalb hört dieses Meßmittel auf den offiziellen Namen Gliedergelenkstabmaß. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Meterstab, Maßstab, Doppelmeter, Metermaß, Gliedergelenkmaß.

So wird ein Zollstock richtig verwendet

Zum Gebrauch wird ein Gliedermaßstab (teilweise) aufgeklappt und mit dem Ende an dem Anfang der zu messenden Strecke angelegt. Danach wird an der Skala abgelesen, wie weit der Endpunkt entfernt ist. Da der Maßstab hier nur angelegt wird, können sich hierbei durch leichtes Verrutschen in der Praxis kleinere Ungenauigkeiten ergeben. Handelsüblich werden Zollstöcke bis 5 Meter Länge gefertigt. Zur Messung längerer Distanzen muss der Zollstock mehrfach angelegt und das jeweilige Ende markiert werden.

Dieses ist für die meisten Vorgänge, die als Heimwerker, in der Holzbearbeitung oder auf dem Bau auftreten, akzeptabel und in einer vernünftigen Geschwindigkeit ausgeführt. Da ein Gliedermaßstab einfach aufgebaut ist, existiert praktisch kein sinnvolles spezielles Zubehör.

Vor- und Nachteile des Zollstocks

Zu den wichtigsten Vorteilen eines Zollstocks zählt die mit heutiger Technik kostengünstige Herstellung sowie intuitive Bedienbarkeit.Im zusammengeklappten Zustand sind Gliedermaßstäbe kompakt und platzsparend aufzubewahren. In Handwerkerbekleidung finden sich häufig spezielle Einschubtaschen, in denen ein Zollstock griffbereit „am Mann“ getragen werden kann.

Weitere Vorteile sind die Unabhängigkeit von Batterien oder Stromquellen und die Robustheit beim Fall auf harte Böden im Vergleich zu elektronischen Geräten wie Laserentfernungsmessern. Ein Gliedermaßstab hält bei moderater Nutzung viele Jahre und benötigt keine Kalibrierungen. Als Ergänzung der metrischen Standardskala in Zentimetern und Millimetern können auf der Rückseite weitere berufsspezifische Skalen untergebracht werden. Beliebt sind hier Zollskalen im holzverarbeitenden Handwerk oder Schichtmaße von Mauern im Baugewerbe.

Die häufigste Unzulänglichkeit von Zollstöcken zeigt sich regelmäßig bei der Vermessung von Distanzen über 2 Meter – hier muss meist mehrfach angelegt werden, was aufwändig und ungenau ist. Messungen in die Höhe sind mangels Stabilität und Ablesemöglichkeiten schwer durchzuführen, und die Genauigkeit ist für feinere Arbeiten wie im Metallhandwerk oft nicht ausreichend.

Kauf und Qualitätsmerkmale

MeterstabGliedermaßstäbe werden in verschiedenen Ausführungen und Qualitäten angeboten. Für gelegentliche Nutzung eines Heimwerkers ist jeder handelsübliche Gliedermaßstab geeignet. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass dieser weder schwergängig ist oder zu lockere Gelenke aufweist. Unter Umständen bestehen spezielle Anforderungen. Hier sollte dann überlegt werden, ob ein einziger Zollstock alle Anwendungen abdecken kann.

Speziell für größere Entfernungen ist ein Bandmaß oft einfacher anzuwenden, oder ein Zollstock aus Kunststoff ist bei Messungen in Sicherungskästen von Vorteil. Hier ergänzen sich die verschiedenen Meßmittel. Die grundsätzlichen Auswahlkriterien umfassen hier einmal die typischerweise abzumessenden Längen sowie die Messrichtung. Für Messungen von Höhen (in die Vertikale gemessen) muss der Messstab eine gewisse Steifigkeit aufweisen, da er nicht aufgelegt werden kann. In diesem Fall sollte ein Maßstab ausgewählt werden, dessen Gelenke bündig mittels eingeprägter Nuten einrasten und somit kein Spiel seitwärts erlauben.

Weiterhin sind benötigte Sonderfunktionen wie Winkelmessung, 90-Grad Fähigkeit und Ort der Aufbewahrung abzuklären. Gliedermaßstäbe mit weniger als 10 Segmenten bieten hier den Vorteil geringerer Dicke im eingeklappten Zustand sowie längerer Segmente. Dieses kann einerseits den Tragekomfort erhöhen, andererseits wird dadurch ein Durchhängen gegenüber den Standardmodellen mit 10 Segmenten reduziert.

Verarbeitungsqualität

Die Scharniere sollten einerseits stramm und fest sitzen, sich aber gleichzeitig geschmeidig ohne Hakeleien bewegen lassen. Zu stramm sitzende Scharniere sind ein Zeichen für schlechte Verarbeitung und führen auf Dauer zu erhöhtem Verschleiß und damit einhergehender Verschlechterung der Steifigkeit nach einigen Klappvorgängen.

Je nach Philosophie der Hersteller sind die Gelenke aus schlichtem Stahl gefertigt oder aus Korrosionsschutzgründen messingüberzogen. Hier gilt, dass hochwertig gefertigter Stahl, der gelegentlich leicht geölt wird, unter Umständen geschmeidiger zu benutzen ist als aus Korrosionsschutzgründen überzogene einfache Stähle oder Messinggelenke. Die Gelenke der Maßstäbe lassen sich nach verschiedenen, oft patentierten Verfahren fertigen. Hierzu gehören beispielsweise innenliegende Stahlfederzungen oder Kunststoffgelenke bei Holzmaßstäben, die subjektive Unterschiede im Handling bedeuten.

Die Verarbeitungsqualität eines Zollstocks kann oft auf einfache Weise beurteilt werden: Ein Blick genügt, um zu prüfen, wie sauber die Metallscharniere und Endkappen am Holz anliegen. Ungleichmäßige Verarbeitung, scharfe Kanten oder Spalten zeugen hier von schlechter Qualität. Liegen hier die Kanten unregelmäßig auf, ergeben sich innerhalb der Scharniere Toleranzen, die sich langfristig verschlimmern und das Arbeiten erschweren. Kunststoffmeterstäbe weisen die Eigenschaft einer besseren Flexibilität bei Biegung auf und brechen bei Beanspruchung nicht so leicht wie Zollstöcke aus Holz.

Sonderfunktionen und weitere Skalen

Besondere Skala auf MeterstabEin Komfortmerkmal ist eine zusätzliche Skala auf der Rückseite. Im holzverarbeitenden Gewerbe ist hier eine Zollskala beliebt, im Baugewerbe werden Schichtmaße aufgeführt. Für das Installationsgewerbe werden Skalen zur Winkelmessung oder Durchmesserumrechnung angeboten.

Messungen im rechten Winkel sind in einigen Situationen arbeitserleichternd. Hier weisen einige Modelle Gelenke auf, die bei rechtwinkliger Stellung der Glieder einrasten. Anwendung findet dieses Merkmal bei Messungen von Löchern in einiger Entfernung vom Lochrand oder zum groben Anreißen im rechten Winkel. Durch die rechtwinklige Haltung wird ein Anhalten einer Hilfslatte überflüssig, um in Entfernung zum Lochrand eine exakte Tiefe angeben zu können. Hier wird gegebenenfalls die gleichzeitige Benutzung eines Anschlagwinkels überflüssig.

Kriterien zur Umgebung, in der gemessen wird

Abhängig vom Umfeld gelten gegebenenfalls spezielle Sicherheitsvorschriften wie bei Messungen in Nähe von elektrischen Komponenten oder nasser Umgebung. Hier muss darauf geachtet werden, dass der Meterstab und dessen Gelenke aus Kunststoff gefertigt sind. Derartige Gliedermaßstäbe sind bei Elektroarbeiten wie dem Ausmessen von unter Spannung stehenden Sicherungskästen verwendbar, da keine Metallteile vorhanden sind. Hierdurch wird das Risiko eines verursachten Kurzschlusses im Rahmen der Meßarbeiten minimiert. Ähnliches gilt für Messungen in feuchten oder korrosiven Umgebungen, da die Feuchtigkeit gegebenenfalls die Gelenke angreift.

Genauigkeit der Messung

Der Maßstab auf dem Meterstab sollte länger sein als die zu messende Distanz, da ein Neuanlegen immer etwas Toleranz und Ungenauigkeit bedeutet. Die Scharniere sollten fest, ohne Spiel und präzise rastend sein. Dieses betrifft primär Messungen in der Waagerechten, wenn der Meterstab nicht aufgelegt werden kann wie auf einem Brett. Finden Messungen in der Senkrechten statt, um Löcher oder Wände auszumessen, so ist hier eine Steifigkeit des Maßstabes essentiell. Hochwertige Gliedermaßstäbe verfügen über präzise rastende Gelenke, die sich nicht verschieben. Je nach Umgebung können hier Bandmaße oder starre Messstäbe ihre Vorteile ausspielen.

Meßgenauigkeit

Metall MeterstabJedes Meßgerät besitzt eine Genauigkeit. Zollstöcke werden nach EG-Richtlinie 2004/22/EG in drei Genauigkeitsklassen eingeteilt. Einfache Gliedermaßstäbe aus Holz erfüllen üblicherweise die Klasse III, die eine Abweichung von 1 mm auf 1 m erlaubt und 1,4 mm auf 2 m. Besseres und präziseres Arbeiten gestaltet sich mit Meterstäben aus Kunststoff oder Metall, die bei Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen weniger „arbeiten“. Echte Präzisionsarbeiten sind mit Gliedermaßstäben aufgrund des Spiels in den Gelenken nicht möglich, hier werden Maßbänder oder starre Lineale benötigt, die dann in die Klassen I und II eingeteilt werden.

Lagerung und Aufbewahrung

Wird der Gliedermaßstab in feuchter oder aggressiver Umgebung (Dünste von Reinigungsmitteln oder Desinfektionsmitteln) aufbewahrt, so ist die Beschaffung eines Kunststoff-Zollstocks sinnvoll. Dieser ist gegenüber diesen Einflüssen weniger empfindlich als Holz oder Metall.

Umweltbewusstsein

Die Umwelt sollte nicht zu kurz kommen- gute Anbieter weisen nach, dass das Holz aus einem FSC-zertifizierten Anbau stammt. Hiermit stammen spezielle Hölzer nicht aus einem Raubbaugebiet. Abrieb ist ebenfalls ein Thema. Bei Anreißen vieler Punkte oder Ziehen von Linien werden die Kanten beansprucht, was hochwertig tiefgeprägte Beschriftungen ohne Ausfransen überstehen. Die Lackierung besteht bei hochwertigen umweltbewussten Herstellern in der Regel aus wasserbasierten Lackierungen.

Hersteller und Marken

In einer exemplarischen Auswahl von Herstellern, deren Produkte im normalen Handel zu beschaffen sind, darf Stabila in keinem Fall fehlen. Stabila ist einer der Pioniere in der Herstellung von Zollstöcken und heute mit einer großen Produktpalette rund ums Messen vertreten. Deutsche Traditionshersteller umfassen weiterhin Bauma (Bauer Masstabfabrik), BMI (Bayerische Maßindustrie A. Keller GmbH) und Adga (Adolf Gampper GmbH). Die ehemals bekannte Firma Präsident Messwerkzeuge ist 2003 im Rahmen einer Insolvenz vom Wettbewerber Hultafors aus Schweden übernommen worden, der hiermit der weltgrößte Zollstockproduzent wurde. Ein empfehlenswerter Zollstock ist der Holz-Gliedermaßstab von Adga, der hochwertige Verarbeitung mit versenkten Gelenken und leichter Handhabung kombiniert.

Alternativen zum klassischen Zollstock

MaßbandZum Gliedermaßstab existieren einige Alternativen, die je nach Anwendungsszenario besser geeignet sein können. Variationen des klassischen Zollstocks umfassen Längen bis 5 Meter und Materialien aus Kunststoff oder Metall, die den Anwendungsbereich etwas strecken. Echte Alternativen umfassen folgende Artikel:

  • Flexible Maßbänder: Diese werden meist in Nähkästchen aufbewahrt und erlauben Messungen von Umfängen und unebenen Verläufen. Übliche Längen reichen hier bis 2 Meter.
  • Maßbänder auf Rolle (Rollbandmaße): Distanzen bis zu 100 Meter und mehr lassen sich mit Metallmaßbändern auf Rolle ausmessen. Kleinere Versionen bis 5 Meter sind meist in einer kleinen Box mit selbstrückziehender Feder untergebracht, größere Längen werden mit einer Kurbel zurückgespult. Abhängig von Länge und Breite des Bandes sind hier verschiedene Gehäuseformen inklusive offener Gestelle üblich. Diese Bänder verfügen üblicherweise über einen Haken oder Winkel am Bandanfang zur besseren Arretierung am Messpunkt. Am Gehäuse des Bandmaßes werden oft Anschlagwinkel oder Dornen angebracht, um ein Verrutschen während des Ausrollens zu verhindern. Hierdurch wird die Ablesegenauigkeit bei größeren Distanzen erhöht. Diese ist in der Regel besser als bei einem Zollstock, der mehrmals neu angelegt werden muss.
  • Starre Messstäbe: Starre Messstäbe sind präziser als Gliedermaßstäbe. Stoffe von Rolle oder Ballen werden in der Regel mit Messstäben (oft mit 1 Meter Länge, also einem „richtigen“ Meterstab) abgemessen. Handwerker benutzen oft Meterstäbe, die gleichzeitig als Richtlatte und Wasserwaage dienen.
  • Messräder: Für größere Distanzen sind Messräder erhältlich, mit denen die Strecke abgegangen wird und die dann über ein Messwerk die Umdrehungen des Rades messen und daraus die zurückgelegte Strecke errechnen.
  • Laserentfernungsmesser: Ein Laserentfernungsmesser misst die Entfernung zum Ziel (Modellabhängig sind über 100 Meter realisierbar) mittels eines ausgesandten Lichtstrahls. Diese Geräte erlauben die Messung „Überkopf“ und auf größere Entfernungen in absolut gerader Linie. Bei größeren Entfernungen ist gegebenenfalls der Einsatz eines Stativ sinnvoll. Diese Geräte können unter Umständen außer der Entfernungsmessung Winkelmessungen vornehmen und Flächen berechnen.

Zollstock als Werbeartikel

Zollstöcke sind beliebte Werbegeschenke. Dies beruht unter anderem auf den geringen Einkaufskosten, vielfältigen Möglichkeiten zum Aufdruck von Werbung und der Tatsache, dass nützliches Zubehör vom Empfänger länger verwendet wird als Verbrauchsmaterialien wie Einwegfeuerzeuge oder Kugelschreiber. Weiterhin ist die zur Verfügung stehende Werbefläche bei einem Gliedermaßstab deutlich höher als bei vorgenannten Streuartikeln.
Speziell für das Segment der Werbeartikel werden angepasste Auflagen hergestellt, die mit dem Standard-Zollstock (2 Meter, 10 Gelenke, Buchenholz) wenig gemeinsam haben.

Klassiker sind hier bedruckte Standard-Zollstöcke mit Firmenlogo, welches zeitgemäß mit Digitaldruck aufgebracht wird und somit fotorealistische Szenen erlaubt. Abhängig von der Wertschätzung des Empfängers werden Zollstöcke in edlen Etuis überreicht oder gleich in Werkzeugtaschen mit weiterem Zubehör wie Zimmermannsbleistiften verpackt.

Kompakteditionen beinhalten beispielsweise Maßstäbe mit 50 cm Länge und verschiedenen auffälligen Farben inklusive Schlüsselanhängerhalterung. Unter Berücksichtigung der Bedruckungskosten sind diese kleinen Artikel mit anderen bekannten Streuartikeln wie Feuerzeugen, Kugelschreiber und USB-Stick vergleichbar.

Historische Informationen über den Zollstock

>MeterstäbeVorläufer der heutigen Maßstäbe finden sich bereits bei den alten Römern. Hier wurden vorwiegend starre Stäbe in der Länge eines Fuß, Elle oder Klafter verwendet, aber erste zusammenfaltbare Maßstäbe sind bekannt. Der Zoll entsprach früher einer Daumenbreite, von den Römern Digitus genannt. Der Begriff Zoll stammt aus dem Griechischen für „Abgaben“- hier lässt sich sehr schön sehen, dass frühzeitig eine Bemessung und Berechnung von Größen stattgefunden hat.

Um den willkürlichen Festsetzungen der Messgrößen wie Elle oder Fuß, die sich oft mit jedem Herrscher änderten, zu begegnen, wurde am 17. August 1868 vom preußischen König die „Maß- und Gewichtsordnung für den Norddeutschen Bund“ erlassen, die das Meter als Einheit für Längenmessungen festlegte. 1885 wurde das Bild eines zusammenlegbaren Maßstabes von ein Meter Länge mit Einzelfallfedern von der „Kaiserlichen Normal-Eichungs-Kommission“ beschrieben, und 1911 ist ein 2 Meter langer Gliedermaßstab in heutiger Form vorgestellt worden. 1886 wurde den Gebrüdern Ulrich das Patent auf ein Federgelenk zugesprochen, welches die technische Entwicklung der heute gebräuchlichen Modelle entscheidend beeinflusst hat. Der Neffe dieser Gebrüder gründete etwas später die heute existente Firma Stabila.

Laut Gesetz war zwar der Meter die offizielle Einheit, aber das Anbringen einer weiteren Skala zusätzlich auf der Rückseite des Maßstabes war erlaubt. Hier wurden im Schiffsbau und Holzhandel, die traditionell in Inch rechnen, Maßstäbe verwendet, die auf der Rückseite eine Zollskala aufwiesen. Im Volksmund wurde hier der Begriff „Zollstock“ geprägt, der sich bis heute gehalten hat.

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