Der Werkstattwagen – Das Werkzeug immer griffberei

Um seine Werkzeuge in der Werkstatt oder Garage fachgerecht aufzubewahren gibt es heute viele Möglichkeiten. Neben Werkzeugwand und Werkzeugschrank ist vor allem der Werkstattwagen eine sehr interessante und flexible Option, welche jeder Werkstattbesitzer in Betracht ziehen sollte.

Gerade wenn man sich einen Werkzeugwagen kaufen möchte, gibt es ein paar wichtige Kriterien, auf welche man bei der Auswahl stets achten sollte.

Folgender Ratgeber zeigt daher auf, was ein Werkstattwagen ist, wozu dieser gut ist und auf welche 6 Auswahlkriterien es besonders ankommt, um das für sich und seine Werkstatt passende Modell zu finden.

Was ist ein Werkstattwagen und wofür benötige ich diesen?

Ein Werkstattwagen ist prinzipiell nichts Anderes als ein mobiles Aufbewahrungssystem auf Rädern, indem man seine oft benötigten Handwerkzeuge an einem Ort gut sortiert aufbewahren kann. Dank der Rollen kann der Wagen an so gut wie jeden Arbeitsplatz flexibel in der Werkstatt platziert werden, sodass man alle wichtigen Werkzeuge stets griffbereit am jeweiligen Arbeitsplatz hat.

Werkstattwagen schaffen also vor allem mehr Ordnung sowie Effizienz in der Werkstatt und ersparen einem langes Suchen nach bestimmten Werkzeugen sowie unnötiges hin und her rennen, falls man sein Werkzeug bisher an einer stationär Werkzeugwand oder in einem Werkzeugschrank aufbewahrt.

Nahezu alle Werkstattwagen verfügen dabei über feststellbare Räder, mit welchen diese am jeweils benötigten Arbeitsplatz sicher „geparkt“ werden können. Darüberhinaus sind die Schubfächer in der Regel mit Einlagen ausgestattet, welche das Werkzeug rutschsicher aufnehmen und somit zur nötigen Ordnung und Übersicht beitragen. Auf der Oberseite gibt zudem immer eine praktische Ablagefläche, auf der das aktuell verwendete Werkzeug abgelegt werden kann.

6 Auswahlkriterien auf dem Weg zum passenden Werkstattwagen

Im Folgenden finden sich 6 Tipps wieder, welche bei der Auswahl des passenden Werkstattwagens helfen sollen. Die Relevanz der einzelnen Punkte ist dabei chronologisch von 1-6 angeordnet.

1. Leer oder Bestückt

Eine grundlegende Frage die man sich stellen sollte, ist, ob man bereits ausreichend Werkzeug besitzt und somit lediglich einen leeren Werkstattwagen benötigt oder ob es sich lohnt, ein bereits voll bestücktes Modell zu kaufen.

Leere Werkstattwagen sind zwar naturgemäß günstiger als Bestückte, allerdings passen hier bereits vorhandenen Werkzeuge eines anderen Herstellers von der Größe und Bauform her nicht immer optimal in die Einlagen der Schubfächer. Hier kann man sich jedoch zur Not auch behelfen, indem man die Einlagen gegen Antirutschmatten austauscht.

Bestückte Werkstattwagen sind meist um ein vielfaches teurer als Leere. Auf der anderen Seite muss man sich hierbei um die Anschaffung des Werkzeugs kaum mehr Gedanken machen. Zudem bekommt man mit einem bereits bestückten Wagen ein ideals aufeinander abgestimmtes System, bei dem alle Werkzeuge durchdacht angeordnet sind und darüber hinaus ideal in die vorgesehenen Einlagen und Mulden passen.

Es gilt also zu entscheiden, welche Variante für einen selbst die finanziell und werkzeugorganisationstechnisch Beste ist.

2. Wieviele Fächer

Vom kompakten Wagen mit 5 Fächern bis hin zum umfassenden XXL-Modell gibt es mittlerweile für jeden Bedarf die passende Größe. Gerade was die Aufbewahrung von Werkzeug betrifft, kann es jedoch nie zu viel Stauraum geben, zumal sich auch die Werkzeugsammlung im Laufe der Zeit eher vergrößert anstatt verkleinert.

Andererseits kann man sich gerade bei größeren Werkstattwagen mit Parallelfächern die Übersicht selber einschränken, da man hier schneller dazu neigt auch Werkzeuge unterzubringen, welche nur sehr selten benötigt werden.

3. Schubfachgrößen beachten

Wenn man sich schon einen Werkzeugwagen anschafft, sollte man darin auch alle oft benötigten Werkzeuge unterbingen können, um das Wichtigste stets am Mann zu haben.

Arbeitet man z.B. häufig mit etwas sperrigen Handwerkzeugen, sollte man einen Werkstattwagen wählen, der neben flachen auch über ausreichend große/hohe Schubfächer verfügt, in denen man auch die etwas größeren Geräte und Werkzeuge unterbringen kann.

4. Für private- oder gewerbliche Nutzung

Wie bei vielen anderen Werkzeugen bestehen auch bei einem Werkstattwagen oft große Qualitäts- und somit auch Preisunterschiede zwischen Heimwerker- und Profitauglichkeit.

Heimwerker müssen dabei keine tausende von Euro für ein Spitzenmodell von Hazet & Co. ausgeben, sondern werden in der Regel auch mit einem Mittelklassemodell für 200 – 500 Euro gut auskommen.

Profis, die Ihren Werkzeugwagen hingegen täglich im Einsatz haben und diesen auch mal unterwegs außerhalb der eigenen Werkstatt nutzen, sollten besonders auf robuste und langlebige Qualität setzen. Wer hier billig kauft, kauft meist zweimal.

5. Belastbarkeits-Reserve mit einrechnen

Gerade massives Qualitätswerkzeug aus festem Material kann oftmals mehr wiegen als man denkt. Die maximale Gewichtsbelastbarkeit des Wagens sollte daher möglichst hoch ausgewählt werden.

Als Faustregel sollten zudem nochmal 10-20 % mehr Tragkraft aufgerechnet werden als eigentlich benötigt, damit der Wagen nicht ständig an seiner Belastungsgrenze ist und somit weniger schnell verschleißt.

6. Abschließbarkeit

Ein verschließbarer Werkstattwagen ist nicht nur für die gewerbliche- sondern auch für die private Nutzung ratsam. Durch das Abschließen erhöht man zum Einen das Diebstahlrisiko für das enthaltene Werkzeug und kann zum Anderen auch Kindern den Zugang zu evtl. gefährlichen Werkzeugen erschweren.

Gute Modelle verfügen dabei über eine Art Zentralverriegelung, mit welcher sämtliche Fächer mittels Schlüssel und Schloss gleichzeitig zu verriegeln sind.

Was kosten gute Werkstattwagen?

Was ein guter Werkstattwagen kostet, hängt im Grunde von 2 Faktoren ab.

  1. Anwendungsgebiet: Heimwerker- oder Profiqualität?
  2. Ausstattung: Leer (ohne Werkzeug) oder Bestückt (mit Werkzeug)?

Privater Heimwerker-Einsatz

Für den einfachen Einsatz in der heimischen Werkstatt oder Garage ist es in der Regel nicht nötig über 1.000 Euro für einen Werkzeugwagen in die Hand zu nehmen. Unbestückte Einsteigerausführungen gibt es hier teilweise schon ab 100 Euro zu kaufen.

Bei bestückten Modellen liegt hier der Durchschnittskaufpreis bei ca. 400 bis 500 Euro.

  • Leerer Werkstattwagen ab ca. 100 Euro
  • Bestückter Werkstattwagen für ca. 400 -500 Euro

Gewerblicher Profi-Einsatz

Bei einer gewerblichen Nutzung ist verstärkt auf die Qualität des Wagens sowie der eventuell enthaltenen Werkzeuge zu achten. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer und angemessener Funktionalität. Die Preise für leere Werkzeugwagen beginnen im Profibereich bei ca. 350 Euro.

Bestückte Modelle in hoher Qualität sind hingegen ab ca. 800 Euro oder mehr zu haben. Je nachdem welche Marke und Ausstattung es sein soll.

  • Leerer Werkstattwagen ab ca. 350 Euro
  • Bestückter Werkstattwagen ab ca. 800 Euro