Holzbohrer Test: Die besten Werkzeuge im Vergleich

Holz ist ein faszinierender Werkstoff, der in der letzten Zeit eine Renaissance erlebt. Richtig verarbeitet kann umweltfreundliches Holz vielfältige Aufgaben übernehmen, ist überall erhältlich und gibt Räumen ein gewisses Ambiente. Du musst kein Meister sein, um aus Holz interessanten Dinge zu bauen, aber jedes Werkstück ist nur so gut wie das benutzte Werkzeug. Hier sollte nicht am falschen Ende gespart werden oder mit ungeeignetem Werkzeug gearbeitet werden- der Frust ist dann vorprogrammiert. Da sich Holz beim Bohren anders verhält als Stein oder Metall, sollten auch entsprechende Bohrer verwendet werden.

Bohren ist nicht nur Löcher machen

Im simpelsten Fall werden beim Bohren „nur“ Löcher einer beliebigen Tiefe und Durchmesser geschaffen. Du denkst bei dem Wort „Bohrer“ höchstwahrscheinlich an die verbreiteten Spiralbohrer, für spezielle Aufgaben gibt es Flachfräsbohrer, Beschlaglochbohrer und Forstnerbohrer für Sacklöcher, Senkbohrer für Löcher mit abgeschrägten Rändern und Schlangen(spiral)bohrer für das Bohren extrem tiefer Löcher. Eine Sonderform stellen Langlochbohrer dar, die in speziellen (industriellen) Bohrmaschinen wie die LBM 220 Bernardo Langlochbohrmaschine benutzt werden.

Einige Empfehlungen von hochwertigen Bohrern und Herstellern für die wichtigsten Aufgaben von Holzbohrern:

Ungleiche Geschwister: Universalbohrer und Holzbohrer

Zur ersten Bohrmaschine gehört üblicherweise ein kleines Set (Universal)Bohrer wie Bosch Mini-X-Line Mixed-Set 15tlg. Theoretisch können diese Holz bohren, in der Praxis fransen die Lochränder unvermeidlich aus. Zur Holzbearbeitung kannst du anfangs ein Set benutzen, welches bei Amazon erhältlich ist. Das Bosch Mini-X-Line Mixed-Set 15tlg.

Technisch betrachtet, ist ein Spiralbohrer (Metall/Universal) simpel aufgebaut: Vorne an der Spitze sind die Schneiden in einem Winkel von ca. 130 Grad, dahinter die Wendel, die einen Winkel von 20-30 Grad zur Achse des Bohrers aufweisen. Universalbohrer lassen Holz wegen seiner Struktur und Faserrichtung splittern, da die einzelnen Fasern brechen. Holzbohrer tragen mit Hobelähnlichen Schneiden das Material beginnend vom Außenrand des Bohrlochs ab, wodurch eine Zentrierspitze zur präzisen Führung benötigt wird. Diese erspart ein Vorbohren oder Anbohren, wie es bei anderen Werkstoffen notwendig sein kann. Das Auswurfmaterial, welches die Spannuten des Holzbohrers nach aussen fördern, besteht bei näherer Betrachtung aus feingehobelten Spänen, welche die Schneidkanten im Bohrloch abtragen.

Eine große Familie mit Verwandtschaft


Bohrer zur Holzbearbeitung werden in verschiedenen Bauformen hergestellt. Spiralbohrer bilden den Grundstock jeder Ausrüstung zum Bohren von einfachen Löchern mit kleinerem Durchmesser bis ca. 10mm. Tiefe Löcher in Balken oder vergleichbar dickem Material werden mit Schlangenbohrern bewerkstelligt, die eine optimierte Wendel für besseren Materialabtransport aufweisen. Die Wendel ist für geringeren Widerstand langgezogener gestaltet als beim normalen Spiralbohrer. Sacklöcher wie Aufnahmen von Türscharnieren oder Teelichtern werden mit Forstnerbohrern oder speziellen Beschlaglochbohrern hergestellt, die flacherere Zentrierdorne haben und in dünneren Materialien erfolgreich eingesetzt werden können. Forstnerbohrer eignen sich für nicht allzu tiefe Durchbohrungen mittlerer Durchmesser bis zu ca. 30mm. Größere Durchmesser werden mit Bohrkronen realisiert. Bohrkronen sind kleine Töpfe mit Zähnen auf dem oberen Rand und oft mit einem Zentrierbohrer in der Mitte wie Holzbohrer mit Bohrkrone.

Sonderformen sind Senkbohrer für abgeschrägte Lochwände zur bündigen Montage von Senkkopfschrauben oder Langlochbohrer , die in industriellen Ständerbohrmaschinen eingesetzt werden. Ein sehr spezieller Sonderfall sind Zapfenschneider, die aus einem Holzblock Holzdübel herausarbeiten.

Zusammengefasst existieren angepasste Bohrer für Anwendungen wie Scharnierlöcher in Türen, Durchbohrungen von Balken, flachen Vertiefungen in dünnem Holz, Herstellung von Schlauchdurchführungen in Küchenmöbeln, aufweiten von Bohrlochöffnungen für Senkkopfschrauben sowie Sonderformen wie Langlöchern oder Fräsbohrungen. Letztere werden im professionellen Bereich mit Ständerbohrmaschinen wie die  Epple TB 23 Tischbohrmaschine erzielt.

Material und Beschichtungen

Ein weiteres Qualitätskriterium ist die Fertigungsqualität eines Bohrers. Hochwertig gefertigte Bohrer weisen geringe Fertigungstoleranzen auf und haben wenig Schlag, der umgangssprachlich als „Eiern“ bezeichnet wird.

Durch Beschichtung speziell der Bohrerspitze verringert sich bei härteren Schneiden die Reibung am Kontaktpunkt zum Werkstoff und führt zu geringerer Erwärmung des Materials, welches sich in Folge weniger stark abnutzt.

Holz ist jedoch temperaturempfindlich und sollte nicht mit zu heißen Bohrern bearbeitet werden, wodurch Beschichtungen zur Erhöhung der Temperaturfestigkeit selten sinnvoll sind.

Hochwertige Holzbohrer wie der „Alpen HSS Maschinen-Holzspiralbohrer 1/4 Zoll Sechskant-Schaft“ werden zur Verbesserung der Standzeit durchgängig aus hochwertigen Legierungen, vielfach mit Cobaltanteil, gefertigt, Hartholzbohrer wie der „kwb Premium Line Hartholzbohrer FCE HSS M2“ können zusätzlich über aufgelötete Hartmetallspitzen verfügen.

Bohren mit der Maschine

Einige grundlegende Regeln sind bei der Bearbeitung von Holz zu beachten. Bohrvorgänge müssen gleichmässig sein, das Material darf sich nicht zu sehr erhitzen und die Bohrmaschine muss wegen der Reibung des Bohrers auf Holz gegebenenfalls hohe konstante Drehmomente aufbringen, ohne den Motor zu überhitzen. Kleinere Durchmesser sollten mit höheren Drehzahlen um ca. 2000 Umdrehungen/min gebohrt werden, oberhalb 10mm sollte man sich im Bereich um ca. 1000 Umdrehungen/min bewegen. Hier kannst du dich auch nach den Richtwerten der Werkzeughersteller richten. Bohrmaschinen mit Getriebe oder elektronisch geregelter Leistung wie die Bosch Schlagbohrmaschine PSB 750 RCE haben deutliche Vorteile gegenüber einfacheren Modellen. Das Drehmoment sollte ebenfalls ausreichend bemessen sein, welches bei Maschinen ab 650W gegeben sein sollte.

Bohrer werden mit verschiedensten Anschlüssen gefertigt. Die einfachsten und günstigsten Bohrer sind am Anschluss zum Bohrfutter klassisch rund, während gerade die längeren Bohrer mit SDS-Anschluß siehe Holzbohrer mit SDS-Anschluss oder Anschlüssen für spezielle Schnellspannfutter erhältlich sind. Hiermit können größere Kräfte übertragen werden, was speziell beim Bohren von tiefen Löchern und großen Durchmessern von Vorteil ist. Holzbohrer sind auch mit sechskantigem Bitanschlus für Akkuschrauber erhältlich, um diese in Bithalter spannen zu können. Diese sind gegebenenfalls nicht zuverlässig zu verriegeln und damit bevorzugt für kleine Durchmesser zu empfehlen.

Nachschleifen und Aufarbeiten von abgenutzten Bohrern

Bohrer können wie andere Schneiden nachgeschliffen werden. Nachschleifen eines Holzspiralbohrers ist aufgrund des komplexeren Kopfes schwieriger im Vergleich mit Metallbohrern und erfordert große Sorgfalt, da bei Ungenauigkeiten das Bohrloch leicht ausfransen kann.
Wer die Anschaffung spezieller Bohrerschleifmaschinen mit präzisen Führungen zur Winkelhaltigkeit scheut, kann auch selbst mit einigen Diamantfeile Holzbohrer nachschleifen. Primär nutzen die vorderen Schneiden und je nach Bohrertyp die Vorschneider ab. Diese können mit Feilen manuell nachgeschärft werden, hierbei werden die vorderen Schneiden incl. ggf. vorhandener Vorschneider von der Innenseite der Schneidfasen vorsichtig nachgeschärft und der vorhandene Winkel zum Schaft gehalten. Die Schneiden von Flachfräsbohrer und Forstnerbohrer weisen hier typische Winkel von 10 Grad auf, die wieder hergestellt werden sollten. Es ist darauf zu achten, dass die Schärfung längs zur Schneide hin erfolgen soll, um ungleichmäßigen Materialabtrag zu vermeiden.

Auswahl des richtigen Bohrers

Entscheidungsreihenfolge für Nutzer, die passendes Werkzeug zur jeweiligen Aufgabe benutzen wollen:

  • Art, Durchmesser und Tiefe des Lochs (Sackloch/Durchbohrung)
  • Bohrfutteraufnahme von Bohrmaschine/Akkuschrauber
  • Härte des Holzes
  • Seltene/häufige Nutzung des jeweiligen Bohrers
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